Aktuelles — 2009

Donnerstag, 24.12.2009 (Heiligabend): Susanne ist heimgegangen

Nachwort der betroffenen Mutter
Was ist das für ein Kind, das den Geburtstermin vier Wochen überzieht, um am Ostersonntag zur Welt zu kommen, um dann, 12 Jahre später, am Heiligabend beim Vorlesen der Weihnachtsgeschichte zu sterben?
War das ein Mensch oder gar ein Engel?
Ich hatte das große Glück, diese Seele hier auf Erden begleiten und ihr ganz nah sein zu dürfen. Wie dankbar bin ich für alles, was ich mit ihr erleben durfte, vor allem das letzte halbe Jahr.
Sie wusste was sie wollte und war mir in dieser Beziehung weit voraus. Oft war es mir nicht möglich, die Ernsthaftigkeit und Klarheit dieses Kindes zu erfassen. Sie ist ihren Weg gegangen und wir hatten versucht, ihr diesen Weg auch zu ermöglichen, was nicht immer einfach war, weil sie sich dazu berufen fand, gegen den Strom zu schwimmen.
So bleibt mir nur noch zu wünschen, dass das, was dieses Kind bewirken wollte mit ihrem Erdenweg auch Früchte tragen wird.
Ich für meinen Teil habe viel von ihr gelernt, das mir keiner mehr nehmen kann und dafür danke ich dir, meine liebe Susanne und achte deine Entscheidung, uns schon so früh zu verlassen.

Nachbemerkung von Hr. Dr. Hamer

Mittwoch, 25.11.2009: Anhörungstermin vor dem OLG München (Außenstelle Augsburg)

Vorab noch einige Fakten, wie es zu diesem Anhörungstermin kam: (Zitat aus dem Schreiben des Kreisjugendamtes Oberallgäu)

Sehr geehrte Frau Steinacker,
mit Beschluss des Amtsgerichts Kempten (Allgäu) vom 22.10.2009 wurde das Kreisjugendamt Oberallgäu zum Ergänzungspfleger für Susanne Rehklau bestellt. Unter Bezugnahme auf den Beschluss fordern wir Sie auf, uns unverzüglich den Aufenthaltsort von Susanne mitzuteilen. Im Übrigen weisen wir darauf hin, dass Herr und Frau Rehklau die durch das Gericht entzogenen Teile der elterlichen Sorge nicht mehr wahrnehmen dürfen.

Diesen Umgangston des Kreisjugendamtes Oberallgäu haben wir nicht erwartet. Das hört sich so an, als ob wir Susanne versteckt gehalten hätten, was natürlich nicht der Fall war.
Gegen den Beschluss des Amtsgerichts Kempten haben wir Beschwerde beim OLG München eingereicht. Die Fakten haben sich seit dem 22.10.2009 grundlegend verändert. Susanne muss nun, wegen ihrem angeblich schlechten Zustand, keine Chemotherapie, die aus Sicht des Kreisjugendamtes Oberallgäu durchgeführt werden sollte, mehr befürchten.
Das Kreisjugendamt Oberallgäu schreibt dazu am 04.11.2009 an das OLG München (Zitat):

Aus Sicht des Kreisjugendamtes Oberallgäu ist ein Eingriff in die elterliche Sorge von Herrn und Frau Rehklau im Umfang des bestehenden Beschlusses zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr erforderlich. Wir bitten daher uns als Ergänzungspfleger zu entlassen.
Stützend auf die Stellungnahme von Hr. Prof. Dr. Daniel Steinbach und der damit verbundenen Empfehlung, bitten wir jedoch das Gericht eine gerichtliche Maßnahme wegen Gefährdung des Kindeswohls (§1666 BGB) zu treffen.
Wir schlagen vor den Eltern Herrn und Frau Rehklau gerichtlich aufzuerlegen, Susanne einmal wöchentlich bei einem namentlich festgelegten Kinderarzt vorzustellen. Verbunden mit der Schweigepflichtentbindung des Arztes gegenüber dem Kreisjugendamt Oberallgäu, damit ausgetauscht werden kann, ob Susanne wöchentlich vorgestellt wird, wie ihr aktueller Gesundheitszustand ist und ob Susanne die notwendige adäquate palliativmedizinische Versorgung zum gegebenen Zeitpunkt erhält.

Inzwischen liegen auch Gutachten von zwei weiteren Ärzten zum Zustand von Susanne vor.
Hr. Dr. Hamer schreibt aufgrund der Diagnose von Hr. Prof. Dr. Steinbach (Zitat):

Ich bin jetzt 50 Jahre Arzt. Eine so zynische, ja geradezu menschenverachtende "Palliativ-Prognose" eines nahezu gesunden 12jährigen Mädchens habe ich noch nie gelesen. Dabei muß man sich vorstellen, daß dieser Oberarzt inzwischen durch die neue Diagnosefassung (Keimzelltumor) seine und seiner Kollegen vielfachen Diagnose-Irrtum oder -Schwindel nunmehr offen zugegeben hat, aber anstatt meine Diagnose zähneknirschend zu bestätigen, hat er jetzt den nächsten diagnostischen Unsinn geschrieben, denn ein Keimzell(=Gameten)-Tumor der haploiden Eier eines Ovars gibt es nicht! Es gibt nur ein Eierstocks-Karzinom des Ovars, d.h. einen Tumor der vom Stammhirn-gesteuerten Oogonien (= diploid), die aber während des gesamten Lebens keine haploiden Eier (durch Teilung) mehr produzieren. Das Terato-Karzinom kann deshalb auch Tuberkulose haben.
Aber die Lügen gehen trotzdem munter weiter: von Progress kann ja keine Rede sein bei einer tuberkulösen zentral nekrotisierenden Verkäsung eines Terato-Karzinoms Keimzell(= Garmeten)-Tumoren gibt es nicht
Außerdem werden die Überbleibsel der ausgelaufenen Nierenzystenflüssigkeit, flugs zu Metastasen erklärt. Dabei müßte er ja wissen, daß seine Überbleibsel, wenn sie denn zu Nephroblastomgewebe würden,
1. klein und unbedeutend sein würden,
2. keinerlei Beeinträchtigung der Lebensqualität machen,
3. keine Beeinträchtigung der Lebenserwartung machen,
4. spätestens ab April 2010 auf keinen Fall mehr weiterwachsen könnten,
(9-Monatsfrist entsprechend Schwangerschaft, evtl. durch die Chemo um 1 Monat, statt März, auf April prolongiert).

(das gesamte Gutachten ist unten als Link verfügbar)

Hr. Dr. Tesic schreibt (Zitat):

Ergänzend zum Gutachten von Dr. Hamer meine ich, dass kein Handlungsbedarf im Sinne einer schulmedizinisch onkologischen Therapie besteht, sehr wohl aber weiterhin schulmedizinische Kontrollen erforderlich sind, sowie Therapiebedarf nach den Kriterien der Germanischen Neuen Medizin bestehen insofern, als dass das Kind sofort in eine für sie (subjektiv) sichere Umgebung verschafft werden sollte und zwar aus folgenden medizinischen Gründen:
Das Kind lagert Wasser ein, was nach der Germanischen Neuen Medizin auf einen Existenz-Konflikt (Nierensammelrohre) schließen lässt, wahrscheinlich aufgrund einer Traumatisierung der bisher erfolgten schulmedizinischen sowie juristischen Vorgehensweise. Diese Situation ist für das Wohl des Kindes schnell zu lösen.

Bei der Anhörung hat sich nun ein etwas anderes Bild ergeben.
Der Arzt für die regelmäßigen Untersuchungen von Susanne wird vom Kreisjugendamt Oberallgäu bestimmt. Dieser Arzt ist Susanne nicht bekannt und wurde wegen seiner palliativmedizinischen Zusatzausbildung vom Kreisjugendamt Oberallgäu ausgewählt.
Zur Zeit ist Susanne aber nicht in einem Zustand, der einen Arzt mit palliativmedizinischer Zusatzausbildung benötigen würde.
Warum soll Susanne dieser Arzt aufgezwungen werden?
Hat Susanne nicht das Recht auf einen Arzt ihrer Wahl und ihres Vertrauens?
Nachdem nun Hr. Prof. Dr. Steinbach eine schwerwiegende Diagnose (Zitat: "Susanne wird ohne Therapie an ihrer Erkrankung versterben.") gestellt hat und Susanne sich bester Gesundheit erfreut, stellt sich die Frage, ob durch eine Zusammenarbeit von Hr. Prof. Dr. Steinbach, dem Jugendamt und "zuverlässigen" Ärzten versucht wird, die Diagnose von Hr. Prof. Dr. Steinbach wahr werden zu lassen?

Fazit:
Während der Anhörung wurde uns vorgeschlagen, unsere Beschwerde gegen den Beschluss des Amtsgerichts Kempten zurückzuziehen. Im Gegenzug wurde uns in Aussicht gestellt, dass Susanne bei ihrem Hausarzt untersucht werden könnte, wenn dieser einer Prüfung durch das Kreisjugendamt Oberallgäu genügt. Diese Auflage ist derart unpräzise, dass die Vetreter des Kreisjugendamtes jederzeit einen Arzt ihrer Wahl mit der Untersuchung von Susanne beauftragen hätten können.
Unter diesen Umständen haben wir es vorgezogen, das Gericht über unsere Beschwerde entscheiden zu lassen.
Unserer Meinung nach kann das Gericht nach der aktuellen Faktenlage die Beschwerde nicht zurückweisen. Es muss uns deshalb das Sorgerecht wieder zusprechen.

Links zur Anhörung:
Persönlicher Brief von Dr. Hamer an die Richter vom OLG München
Abschlussgutachten von Hr. Dr. Hamer

Mittwoch, 18.11.2009: Anhörung von Susanne vor dem OLG München (Außenstelle Augsburg)

Susanne am 18.11.09 in Augsburg

Der Termin vor dem Oberlandesgericht München wurde auf 9:00 Uhr angesetzt. Nach langer Anfahrt sind wir rechtzeitig in Augsburg angekommen. Unsere Rechtsanwältin Fr. Steinacker war leider krank und konnte zu diesem Termin nicht erscheinen. Aus diesem Grund wurde die allgemeine Anhörung kurzfristig in eine alleinige Anhörung von Susanne umgewandelt. Für Susanne wurde die Verfahrensbevollmächtigte Fr. Neusinger bestellt.
In einer ersten Besprechung mit dem Vorsitzenden Richter gab es Probleme, da der Vorsitzende Richter mit Beisitzern und Schreibkraft für Susanne keine Person ihres Vertrauens in der Anhörung zulassen wollte. Susanne verwies darauf, dass sie eine Person ihres Vertrauens (Mutter, Vater, Bruder) bei der Anhörung dabei haben möchte.
Die Richter zogen sich daraufhin zu einer kurzen Besprechung zurück. Als Ergebnis der Besprechung wurde uns mitgeteilt, dass eine Begleitung durch eine vertraute Person für Susanne verweigert wird.
Anschließend wurde Susanne im Beisein von 5 fremden Erwachsenen angehört. Diese Anhörung hat sich über eine Stunde hingezogen. Wir als Eltern empfanden diese Vorgehensweise durch den Vorsitzenden Richter und seine Beisitzer als beschämend.
An dieser Stelle möchten wir nochmals hervorheben, dass all diese Dinge, die zum Wohle unserer Tochter Susanne sein sollen, von staatlicher Seite durchgeführt werden.
Wir als ihre Eltern sind anscheindend nicht in der Lage zum Wohle von Susanne zu handeln, weswegen uns das Sorgerecht entzogen wurde!
Anzumerken wäre noch, dass die Richter vom OLG München eine gut gelaunte Susanne in sehr gutem gesundheitlichen Zustand zu sehen bekamen.

Donnerstag, 05.11.2009: Bericht von Prof. Dr. Steinbach an das Jugendamt

Der Bericht von Hr. Prof. Dr. Steinbach an das Jugendamt wird von unserer Rechtsanwältin weitergeleitet und erreicht somit auch uns.
Hr. Prof. Dr. Steinbach beschreibt den Zustand von Susanne aus seiner medizinischen Sicht. Leider ist die Sichtweise von Hr. Prof. Dr. Steinbach sehr eingeschränkt auf die Chemotherapie fixiert, was eine objektive Betrachtung von seiner Seite ausschließt. Bei Anwendung einer weiteren Chemotherapie sieht Hr. Prof. Dr. Steinbach eine Heilungschance für Susanne von 20% - 30%, ohne Therapie jedoch keine Überlebenschance. Leider kennt Hr. Prof. Dr. Steinbach, wie viele seiner Kollegen, nur eine einzige Therapieform: Chemotherapie. Alle alternativen Therapieformen sind für ihn nicht existent.
Dabei hat die Ernährungstherapie nach Fr. Dr. Budwig eine weitaus höhere Heilungschance (80% - 90%) als die Chemotherapie (2% - 5%). Dazu folgende Links:
nexus-magazin
Wissenschaft unzensiert
Dr. Schnitzer

Die Art der Auseinandersetzung mit Alternativen zur Chemotherapie zeigt ein Zitat aus dem Bericht von Hr. Prof. Dr. Steinbach:

"Auch in der aktuellen Situation, die beiden Eltern von mir ausführlich dargestellt wurde, vertrauen diese weiter auf eine Heilung von Susanne ohne Chemotherapie. Diese Hoffnungen beruhen auf einem völlig kritiklosen Vertrauen in die Wahnvorstellungen des offensichtlich schwer psychisch gestörten Herrn Dr. Hamer und einer Reihe wirrer Informationen aus Internet und Medien."

Dabei wäre es sehr einfach, die Neue Medizin von Hr. Dr. Hamer zu verifizieren. Doch dies lehnt die Uniklinik Tübingen kategorisch ab, obwohl sie schon seit über 20 Jahren gerichtlich dazu verpflichtet ist.
Prof. Voigt
Leid tut es mir auch um die vielen Kollegen von Hr. Prof. Dr. Steinbach, die der Chemotherapie etwas kritischer gegenüberstehen und denen er unterstellt "wirre Informationen" zu verbreiten. Eine kleine Auswahl solcher Kollegen zeigen die folgenden Links:
Der Spiegel 41/2004
Dr. med Windstosser
Dr. Dr. habil. Abel
Dr. Ralph Moss
Dr. med. Rath

Mittwoch, 04.11.2009: Susanne kommt nach Hause

Heute am Mittag durfte Susanne wieder nach Hause. Für uns noch kaum zu glauben, auch von Seiten Anderer hören wir, dass dies wohl der erste Fall sei, dass ein Kind, welches zwangsweise abgeholt wurde, wieder nach Hause dürfe. Eine weitere Chemotherapie ist nun wohl nicht mehr zu befürchten.

Dienstag, 03.11.2009: Gespräch mit Prof. Dr. Steinbach

Prof. Dr. Steinbach aus der Universitätsklinik in Ulm lässt verlauten, dass Susannes Heilungschancen mit Chemotherapie so gering seien, dass dies ohne Zustimmung der Eltern wohl nicht mehr infrage komme.
Im Gespräch mit Erika und Fritz Rehklau am Abend bestätigt er dies. Die Erfolgschance bei einer Chemotherapie läge bei etwa 20% bis maximal 30%, er würde eine Chemotherapie trotzdem durchführen, wenn wir zustimmten. Eine Zustimmung erfolgte nicht, unsere Rechtsanwältin Fr. Steinacker informierte umgehend das Jugendamt, welches aber noch keine Erlaubnis gab, das Krankenhaus zu verlassen.

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