Aktuelles — 2010

Montag, 27.09.10. Report München: Dubiose Germanische Wunderheiler

Ein erneuter Bericht des Report München, diesmal nicht über Susanne, aber auch sie spielt in dem Bericht eine solche Rolle, dass wieder etwas klargestellt werden muss.
In der Einführung wird Hamer ein "selbst ernannter Wunderheiler" genannt, auch die Worte Quacksalber und Scharlatan fallen in dem Bericht. In der Betrachtung dieser medienwirksamen Schlagworte fällt doch einiges auf:

Im Volksmund wurde der Begriff des Quacksalbers ursprünglich für Personen benutzt, die unbefugt, verbotenerweise und ohne einen festen Praxisraum der Heilkunde nachgingen und dafür eine Vergütung verlangten oder erhielten.

aus der Online-Enzyklopädie Wikipedia

"Scharlatan: einer der es versteht, sich den Schein von Gelehrsamkeit u. Weisheit zu geben u. durch niedere Mittel die öffentliche Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen sucht, [...]"

aus: Pierer's Universal-Lexikon in der Online-Enzyklopädie Wikipedia

Erstens bleibt festzuhalten, dass Hamer mit seinen Patienten unentgeltlich spricht. Die niederen Mittel um öffentliche Aufmerksamkeit zu erringen kann ich auch nicht feststellen, entweder man will ihn und seine Germanische kennenlernen oder eben nicht, auch diese Entscheidung steht jedem frei, obwohl es eine Sekte sein soll. Keinesfalls ist Hamer ein "selbst ernannter Wunderheiler", denn das Wichtigste an der Germanischen ist: Der Patient ist sein eigener Arzt. Niemand steht zwischen dem Patient und seiner Gesundheit. Somit ist auch die Germanische nur für Menschen, die für sich und ihre Taten einstehen können ein Gewinn, da gibt es dann keinen Arzt, auf den man die Verantwortung und evtl. die Schuld schieben kann, wenn es nicht geklappt hat. Der Therapeut der Germanischen kann dem Patienten Zusammenhänge und Gesetzmäßigkeiten erklären, heilen kann nur der Patient sich selbst. Soviel zum Wunderheiler!
Definitiv widersprechen möchte ich auch der Behauptung, dass Susanne (wie Andere, die Hamer vertrauten) qualvoll gestorben sei. Das ist einfach falsch, wie auch die Behauptung, dass wir aus Folgsamkeit Hamer gegenüber die Behandlung abgebrochen hätten. Susanne ist am Abend des 24. Dezember an einer undefinierten Todesursache gestorben. Ihre Lunge (die angeblich mit Metastasen übersät gewesen war) funktionierte, der Notarzt mutmaßte, dass etwas im Althirn sei, aufgrund dessen sie sterbe. Krebsbezogene Qualen hatte sie nicht, dann schon eher seelische Qualen nach dem Spruch der beisitzenden Richterin im Sorgerechtsprozess als Susanne alleine verhört werden musste: "In der Germanischen Neuen Medizin sterben alle Patienten." Wichtig ist mir festzuhalten, dass Susanne nicht an den etwaigen Folgen eines Krebsleidens und schon gar nicht qualvoll verstorben ist!
Erheiternd für mich in der Sendung: Der angebliche Fluchtversuch von Hamer am Schluss der Sendung, als er sein Auto ordentlich parkt (der Hof ist ziemlich klein) und in normaler Gangart ins Haus geht!
Schlussendlich kommt die medienwirksame rhetorische Frage: "Wie viele Kinder sollen noch qualvoll sterben (Bild: Susanne), bis diesem Scharlatan das Handwerk gelegt wird? (Bild: Kerze, die ausgepustet wird)"

Hier gibt es das Manuskript des Bayrischen Rundfunkes

Donnerstag, 18.02.10: Die Staatsanwaltschaft lässt eine Hausdurchsuchung bei den Eltern von Susanne durchführen.

Die Hausdurchsuchung kommt für die Beteiligten völlig überraschend, da die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens gegen die Eltern von Susanne nicht bekannt gegeben wurde. Wie wir miterleben mussten ist das ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte eines Menschen. Es stellt sich uns die Frage, ob hier die Verhältnismäßigkeit der Mittel gewahrt wurde.
An dieser Stelle möchte ich eindringlich darauf hinweisen, dass in der Bundesrepublik Deutschland im Jahr 2006 mehr als 211.000 Menschen trotz Behandlung (wegen Behandlung?) an Krebs gestorben sind. Das sind jeden Tag ca. 550 Menschen. ( Quelle )
Geht man mal von einer Heilungschance von 75% aus (Quelle Pharmaindustrie - siehe unten), dann werden jährlich 633.000 Menschen vom Krebs geheilt. Durchschnittlich ist die Behandlungdauer eines Krebspatienten länger als 2 Jahre. Insgesamt gibt das über 1.055.000 Patienten. Laut einem Bericht des SWR Fernsehens kostet eine Chemotherapie im Jahr ca. 70.000 Euro.
Und das alles für eine sehr fragwürdige Therapieform (SWR Beitrag).

Von wem und warum wird dieses System mit aller Macht am Leben gehalten?

Montag, 15.02.10: Erika Rehklau, die Mutter von Susanne, schließt sich der Strafanzeige von Herrn Dr. Hamer an.

Ein Abdruck der Strafanzeige ist im Internet auf der Seite von Dr. Hamer zu finden.

Donnerstag, 04.02.10: Herr Dr. Hamer erstattet Strafanzeige.

Ein Abdruck der Strafanzeige ist im Internet auf der Seite von Dr. Hamer zu finden.

Montag, 25.01.10: Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen Fritz Rehklau, Erika Rehklau, Sascha Tesic, Ryke Geerd Hamer wegen Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht u.a.

Über die Aufnahme eines Ermittlungsverfahrens gegen uns wurden wir erstmals bei den Hausdurchsuchungen am 18.02.2010 informiert. Bei diesen Hausdurchsuchungen wurden Computer, Laptops, Datenträger und diverses Schriftmaterial beschlagnahmt.
In der Begründung zur Aufnahme des Ermittlungsverfahrens übernimmt die Staatsanwaltschaft Kempten ungeprüft die Angaben der Uniklinik Tübingen, wonach die Chemotherapie eine Heilungschance von 70% - 80% haben soll.
Dem Richter Herr Klokočka ist nicht in den Sinn gekommen diese Zahlen, auf denen das Ermittlungsverfahren beruht, zu prüfen. Dabei hätten er und der zuständige Staatsanwalt sich nur einige Links auf dieser Internetseite anschauen müssen, um zu erkennen, dass die Pharmaindustrie und ihre Vasallen diese Zahlen überall streuen, um ihr Geschäft mit dem Tod machen zu können.
Hr. Dr. Dr. habil. Abel hat zu diesem Thema eine Studie erstellt, die zu einem ganz anderen Ergebnis kommt, als es die Zahlen der Pharmaindustrie vermuten lassen. Eine weitere Studie mit über 100.000 Krebspatienten aus Australien und den USA kommt zum gleichen Ergebnis: Die Erfolgschancen einer Chemotherapie liegen bei 2% - 3%.
Hier stellt sich dem kritischen Bundesbürger die Frage, warum die Ermittlungen so einseitig geführt werden!
Nutznießer dieser Art von Ermittlungen ist eindeutig die Pharmaindustrie, die weiterhin ungehindert ihre Geschäfte machen kann. Wer sich gegen die Pharmaindustrie stellt, wird gnadenlos verfolgt. Das haben schon viele Wissenschaftler und Ärzte (z. B. Fr. Dr. Budwig, Hr. Dr. habil. Probst, Hr. Dr. Rath, Hr. Dr. Schnitzer, Hr. Dr. Hamer, Hr. Dr. Weber, ...) und auch weitere Bundesbürger erlebt und es werden alle Bundesbürger mit Rückgrat weiterhin erleben, wenn die Wahrheit auf diese Art unter Verschluss gehalten werden kann.
Siehe dazu auch: Die Weber Affäre!
Für jeden Bürger mit gesundem Menschenverstand ist es wohl schwer nachvollziehbar, dass man durch die Vergiftung eines kranken Menschen diesen heilen kann.
Aus einer Patienteninformation der Uniklinik Tübingen möchte ich nur einen kleinen Auszug an Nebenwirkungen aufzeigen, die das Medikament Cisplatin hervorrufen kann, das Susanne in ihrer ersten Chemotherapie erhielt:

Weiterhin soll die Chemotherapie selbst Krebs auslösen können. Auf der Seite von Helmut Pilhar finden Sie weitere Informationen zur Chemo(therapie).

Im verschiedenen kritischen Artikel kann schon ein Wandel im Denken erkannt werden. Dieser führt weg von der Chemotherapie zu einem ganzheitlichen Ansatz in der Heilung von Krankheiten.
Der Bayerische Verwaltungsgerichtshof lehnt diesen Ansatz nicht ab.
Darüber sollte sich auch die Staatsanwaltschaft in Kempten informieren, bevor sie Therapieformen vertritt, die bei informierten Personenkreisen auf breiter Front ihre Glaubwürdigkeit und Akzeptanz verloren haben.

In der Kenntnis all dieser Fakten stellt sich uns die Frage, warum die Staatsanwaltschaft so einseitig ermittelt - ist es Naivität oder spielen hier Abhängigkeiten eine Rolle?

Donnerstag, 21.01.10. Allgäuer Zeitung: Dritte Seite, An der Kreuzung des Lebens

Am 21.01.2010 erscheint in der Allgäuer Zeitung (AZ) ein langer Bericht auf der Dritten Seite über Susannes Geschichte, eine Art abschließender Artikel, "zurück bleibt die Frage: Was ist richtig und was ist falsch?".
Was richtig und was falsch ist (bzw. war) kann wohl kein Mensch beurteilen, denn gerade in Susannes Fall wurde immer wieder deutlich, dass gerade das vermeintlich "falsche" plötzlich, gemessen an den Auswirkungen, "richtig" wurde. In den Worten der Mutter Erika: "Es war ihr Weg, den sie gegangen ist". Konter der AZ: "Und es gibt keinen Weg zurück"

Montag, 18.01.2010. Report München: Behandlung eingestellt, Kind tot.

In dem Beitrag wird dem Zuschauer erklärt, dass, weil wir auf die abstrusen Theorien und Lehren Dr. Hamers hereingefallen seien, die ursprüngliche Heilungschance von 60-70% (laut Aussage der Ärzte) durch Verzögerung der Behandlung schließlich auf 20-30% gefallen sei. Prof. Steinbach erklärt in dem Report, dass die meisten Kinder, die in einem vergleichbaren Fall schulmedizinische Behandlung bekämen, gesund würden. Auch Olivia Pilhar sei heute, nach erfolgter schulmedizinischer Behandlung 1995, vollkommen gesund. Inwieweit dies der Wahrheit entspricht und wie die Umstände der "Heilung" waren, können Sie jederzeit in "Olivia — Tagebuch eines Schicksals" von Helmut Pilhar nachlesen oder auch auf dieser Seite, die sich ebenfalls mit dem Beitrag befasst.

Zum Beitrag:
Wir hätten, auf Anraten des "obskuren Krebsheilers" Dr. Hamer, die schulmedizinsiche Behandlung abgebrochen. Schon dies stimmt nicht mit der Realität überein. Die am 08.07.2009 begonnene Chemotherapie war für uns nur Notlösung, schon der zweite Block der Chemotherapie, der Ende Juli beginnen sollte, wurde nicht mehr durchgeführt. In Kontakt mit Dr. Hamer kamen wir erst deutlich später.
Die Gutachten, die Dr. Hamer zu unserer Unterstützung im Prozess gegen das Jugendamt schrieb, basierten auf genannten Telefongesprächen mit der Mutter und Susanne selbst, sowie den CT- (Computertomographie) und MRT (Magnetresonanztomographie)-Aufnahmen, die schulmedizinisch erstellt wurden. Die Zitierung eines der Gutachten im Beitrag finde ich äußerst seltsam, da als Ferndiagnose Hamers zitiert wird: "Nie würde jemand wagen, ein jüdisches Kind zur Chemo zwingen [...] Es besteht zur Zeit überhaupt kein aktueller Handlungsbedarf." Immer wieder kommen Anfragen, warum denn Hamer solche "rechte" und "antisemitische" Beiträge verbreite. Dazu möchte ich auf die Fragen zu Dr. Hamer und der Germanischen Heilkunde verweisen.
Passend zu Susannes Tod wird dann Wera Schlömer gezeigt, ihr Mann hatte einen Darmtumor und verstarb. Warum gerade die Germanische ein Weg "zur Hölle, zum Tod, zum Siechtum" sein soll, kann ich nicht nachvollziehen und wohl auch sonst keiner, der schon einmal einen Menschen nach oder während einer Chemotherapie gesehen hat oder all die schulmedizinisch Austherapierten. Deutlich wird für mich in dieser Sequenz nur, wie der Zuschauer beeinflusst werden soll, denn auch Beispiele von Menschen, die positiv über die Germanische zu berichten wissen, gibt es genug. Gestorben ist Herr Schlömer übrigens im Krankenhaus.
Über eine Stunde dauerte die Diskussion mit Hamer, 7:20 Minuten Beitrag sind daraus geworden. Wer Interesse (und vor allem Zeit) hat, kann hier das Originalinterview ansehen, welches von Hamer parallel gefilmt wurde.
Der Report schließt mit den Worten: "Unverständlich bleibt für uns, wieso so viele Menschen ausgerechnet diesem Mann und seiner Medizinsekte im Augenblick ihrer größten Not vertrauen."
Da will ich mich doch an die Worte von Helmut Pilhar halten: "Informieren Sie sich solange Sie gesund sind". Und die Freiheit, sich für eine schulmedizinische Therapie zu entscheiden steht offen (wieso dann eigentlich Sekte?), auch wenn daraus oft genug versucht wird einen Strick zu drehen. Wehe einer hat das Buch von Hamer gelesen oder gar sich "in seine Behandlung begeben" und stirbt dann z.B. in einer schulmedizinischen Therapie. Dann ist Dr. Hamer schuld — siehe Herr Schlömer.

Hier gibt es das Manuskript des Bayrischen Rundfunkes

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